Greta: Papa, ich will zum Spielplatz! ich: Kind, es regnet in Strömen, da können wir leider nicht… Greta (nach einer kurzen Pause): Papa, warum regnet’s?
(wie erklär ich das denn jetzt wieder… möglichst kindgerecht und nicht zu negativ) ich: Es muss auch mal regnen, damit die Bäume etwas zu trinken haben. Greta: Warum? Die haben gar keinen Mund!
(Weia, was hab ich da nur wieder für eine blöde Antwort gegeben…) ich: Das ist richtig, aber die Bäume haben Wurzeln im Boden, damit können sie trinken. Greta (biegt sich so weit wie möglich seitlich nach unten): So kann ich gar nicht trinken! ich: Morgen grab’ ich Dir mal eine Pflanze aus und zeig Dir die Wurzeln, ok? Greta: Warum?
[…]
Wir brechen die Szene an dieser Stelle ab. So oder ähnlich verlaufen derzeit die meisten Gespräche mit Greta. Es gibt praktisch keinen Satz, der nicht auf der Stelle mit einem «warum» quittiert wird. Ob das aus Sicht eines Erwachsenen immer sinnvoll ist sei dahingestellt. Auf jeden Fall stößt man öfter als man denkt an seine Grenzen, weil man Dinge vielleicht gar nicht, oder aber nur sehr schwer kindgerecht aber eben auch nicht falsch beantworten kann. («Papa, warum donnert’s?»). Aber kneifen gilt nicht, und Schmarrn erzählen erst recht nicht. Denn: Das Kind saugt alles Wissen auf wie ein Schwamm und vergisst NICHTS! Hier ist einmal mehr Phantasie und auch Geduld gefragt. Und es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.
Das schöne am Internet ist, dass es so gut wie immer einen oder mehrere gibt, die sich mit der selben oder wenigsten einer ähnlichen Problematik wie man selbst auseinandersetzt - und sei diese noch so abwegig.
Als bekennender Espresso-Liebhaber bin ich seit Jahren auf der Suche nach der richtigen Tasse (…der hat Probleme, gell!): dickwandig sollte sie sein, der Durchmesser oben nicht zu groß, weiß, möglichst ohne Aufdruck, schlicht, … so wie man sie eben aus den kleinen Bars in Italien kennt. Und als mich neulich wieder mal der Rappel gepackt hat, bin ich bei meinen Google Recherchen neben mehreren Blogs, die sich mit dem Thema Espressotassen auseinandersetzen auf folgenden Forums-Thread gestoßen: Wie dickwandig sind Eure Espressotassen? 17 Seiten zu einem solchen Thema! Leute, Ihr habt echt einen an der Waffel Aber ich selbst ja auch, und von daher einfach mal vielen Dank für diese vielen wahnsinnig wichtigen Infos! Die Tasse meiner Wahl ist übrigens das Modell «Palermo» von Nuova Point (siehe Foto).
Einmal mehr gelange ich zu der Erkenntnis, dass ich ohne Internet schlichtweg nicht mehr überlebensfähig wäre oder zumindest nicht alle Tassen im Schrank hätte. Wie haben die Menschen eigentlich früher Autos oder Elektronik gekauft? Oder einen Urlaub gebucht??
Vielleicht läßt ja meine maue «Update-Frequenz» auf dieser Seite gewisse Rückschlüsse auf meine verfügbare Zeit zu: während man mit einem Kind eigentlich schon recht wenig Zeit übrig hat ist es mit dem Zweiten nochmal eine ganz andere Baustelle… Gefühlt würde ich sagen Minus-Zeit - falls es sowas gibt. Jeder «Ausflug» zu viert kommt dem Auszug aus Ägypten gleich! 1 + 1 scheint jedenfalls deutlich mehr als 2 zu sein. Aber vielleicht fange ich mal von vorne an.
Die ersten drei Monate waren alles andere als einfach. Schnell vergißt (oder verdrängt?) man, was es eigentlich bedeutet einen Säugling zu haben. Auf der einen Seiten weiß man natürlich viel mehr als beim ersten mal, andererseits ist da ja eben schon «jemand», die Aufmerksamkeit einfordert und letztlich auch erstmal lernen muss mit der neuen Situation umzugehen. Schließlich wird man nicht alle Tage vom Thron gestoßen. Und da ein Kind mit zweieinhalb Jahren noch über keinerlei Emotionenkontrolle verfügt kann das ganz schön extrem werden… Der Schein auf dem Foto trügt aber keinesfalls - Greta liebt ihr Geschwisterchen über alles! Und es ist einfach wunderschön zu sehen, wie die beiden jetzt schon «interagieren» (spielen wäre noch etwas zu hoch gegriffen).
Erstaunlich war und ist für uns aber wie unterschiedlich Geschwister doch sind…. etwas, das man sich solange Nr. 2 noch nicht auf der Welt ist gar nicht so recht vorstellen kann. Bei sehr vielen Dingen ist Kira das exakte Gegenteil von Greta. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die erste bei über 30° im Hochsommer geboren wurde, die zweite bei klirrender Kälte im Januar. Einmal spontan 7 Tage nach Termin, einmal Sectio 10 Tage vorher… Oder vielleicht ist es doch eher das Prinzip «Nischenbestzung» im biologischen Sinne (vgl. Wikipedia - klar, dass ich ein glühender Verfechter dieses Ansatzes bin, oder?).
Die ersten drei Monate waren jedenfalls eine ganz schöne Tortur: stillen unmöglich, schlafen eine Katastrophe, Kinderwagen oder MaxiCosi nur unter Dauergeschrei, jede Mahlzeit - diplomatisch ausgedrückt - eine Herausforderung… ich habe mich oft gefragt, wie es Familien mit mehr als zwei Kindern geben kann und warum eigentlich nicht mehr Eltern aus dem Fenster springen… Aber schlagartig mit Beginn des vierten Lebensmonats wurde alles besser: als hätte jemand einen Schalter umgelegt haben wir jetzt einen richtigen «Wonneproppen» - genügsam, ständig lachend, einfach zufrieden. Wenn es gut läuft schläft Kira auch mal 12 Stunden am Stück, ansonsten werden wir einmal pro Nacht so gegen 3:30h geweckt und können nach spätesten 20 Minuten weiterschlafen. So haben wir uns das vorgestellt