Das Gründach-Experiment

Garagendach - Vorher - Nachher
 

Vor einigen Monaten hatte ich ja bereits ausführlich über unser Garagendach berichtet. Quasi als Kompensation für die verschiedensten Planungs- und Ausführungsfehler hatte ich beschlossen die Fläche in großen Teilen zu begrünen. Neben einer optischen Verschönerung wollte ich durch den mehrschichtigen Aufbau eine Art Schwammeffekt erzeugen, so dass das ansonsten stehende Wasser aufgesaugt und verdunstet werden kann. Soweit die Theorie – ob und inwieweit das funktionieren wird muss sich noch zeigen. Bei den in den vergangenen Wochen angefallenen Regenmassen kapituliert selbst der dickste Schwamm 🙂

Aber immer der Reihe nach: begonnen hatte ich bereits im vergangenen Herbst mit den unteren Schichten: Wurzelschutzfolie, Schutzflies und etwa zwei bis drei Zentimeter Lavamulch als Drainage. Mangels Kran, Lastenaufzug oder anderer Helferlein musste sämtliches Material mittels Leiter auf das Dach befördert werden.

Es folgte in diesem Frühjahr noch eine weitere Lage Vlies, die verhindern soll, dass Substrat in die Drainageschicht eindringt. Darüber dann die etwa drei Zentimeter dünne Schicht Extensiv-Substrat. Die Suche danach hat mich einige Recherche-Stunden gekostet. Am Ende liegt das Gute bekanntlich oft sehr nah — in unserem Falle war es die Bodenbörse München West, die keine fünf Minuten von uns entfernt ein sehr breites Sortiment an Substraten anbietet. Fälschlicherweise bin ich immer davon ausgegangen, dass man hier nur große Mengen bzw. als Gewerbetreibender abnehmen kann. Dem ist nicht so! Man kann sogar Behälter für den Transport leihen (20, 40 oder 90 Liter). Darauf musste ich nicht zurückgreifen, denn ich hatte bereits die Pflanzkästen für die Stirnseiten bei „Yippie Ja Ja“ besorgt — sechs Stück   60 Liter. Also drei davon samt Schaufel ins Auto gepackt, und damit zweimal hin und hergefahren. Der schönste Teil der Arbeit war es, die etwa 360 Liter Substrat mit einem Gesamtgewicht von gut einer halben Tonne mit einem 12 Liter Eimer über die Leiter auf’s Dach zu befördern… sorgt für lange Arme und ordentlich Muskelkater im Geh-Aparat 😉

Damit nicht genug musste noch eine ganze Menge Kies für den Randstreifen auf’s Dach und natürlich die Pflanzkästen befüllt werden. Zur Auflockerung der Fläche habe ich noch ein paar kleinere Findlinge beim Natursteinhandel um die Ecke geholt. Bei einem Preis von 115 Euro pro Tonne kosten die paar Steine praktisch nichts.

Aufgrund des recht dünnen Schichtaufbaus konnte ich nicht auf die handelsüblichen Kiesfangleisten zurückgreifen, um den Kiesstreifen vom Substrat zu trennen. Hier habe ich einfach Innenputz-Eckprofilleisten aus verzinktem Stahlblech mit 35mm Schenkellänge verwendet – die im Übrigen auch noch deutlich günstiger sind.

Bepflanzt habe ich das Dach mit Kräutern (Thymian, Oregano), Gräsern (u.a. Blauschwingel und Bärenfell) sowie verschiedenen Sedumpflanzen (Mauerpfeffer, diverse Fetthennen, u.a.). All diese Pflanzen sind flachwüchsig und kommen mit mageren Böden und Trockenheit gut klar. Bisher aber auch mit dem dank des vielen Regens gut durchfeuchteten um nicht zu sagen nassen Substrat. Noch befinde ich mich hier im Experimentierstadium. Falls der Boden dauerhaft zu nass sein sollte und die Pflanzen damit nicht klar kommen, muss ich möglicherweise auf Sumpfpflanzen umstellen. Wir werden sehen 🙂

In den Kästen an den beiden Stirnseiten sind jeweils mittig ein japanischer Ahorn (acer palmatum), sowie je zwei aufrecht wachsende Gräser (Calamagrostis x acutiflora ‚Karl Foerster‘) in den vier äußeren Kästen gepflanzt. Um die Kästen vor dem Austrocknen zu schützen habe ich jeweils eine ordentliche Schicht feinen Rindenmulch aufgebracht. Wobei ich auch hier noch nicht sicher bin, ob Trockenheit das Problem sein wird und nicht etwa zu viel Wasser. Die untere Drainageschicht der Kästen steht sozusagen im Stauwasser auf dem Dach. Längere Trockenphasen gab es dieses Jahr noch nicht. Bisher zeigen sich alle Pflänzchen trotz des vielen Regens in bester Verfassung. Mal sehen ob es längerfristig so bleibt. Bericht folgt zu gegebener Zeit!

Garagendach begrünt

Garagendach begrünt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.